Der Stern...

hat weiter eine große Bedeutung im Weihnachtsgeschehen. Nicht nur die vor dem Fest gebastelten Sterne am Christbaum in der Kirche - bis ganz hoch hinaufgehängt - leuchten strohgelb, auch alle Sternsingergruppen  tragen am Dreikönigstag ihr goldgelbes Markenzeichen zum Gottesdienst in die Kirche.

Im Vorfeld wurden die Kinder an das diesjährige Thema "Gemeinsam gegen Kinderarbeit - in Indien und weltweit" herangeführt und haben es sich zu eigen gemacht.

Drei von ihnen stellen sich vor: Kira ist 11 Jahre alt und liebt schönen bunten Schmuck wie einen Armreifen, von denen ein Mädchen in Indien - 11 Jahre alt - von morgens bis abends viele herstellt. Zur Schule kann es nicht gehen, weil es ihre Familie mit ernähren muss. "Wenn ich in Indien leben würde, könnte ich selbst dieses Mädchen sein!"

Nicole ist 16 Jahre alt und trägt gern coole Jeans. Ein Mädchen in Indien, viel jünger als sie, arbeitet in einer Fabrik, in der Stoffe für Jeans gefärbt werden. Das ist eine harte und ungesunde Arbeit Tag für Tag. "Wenn ich in Indien leben würde, könnte ich selbst dieses Mädchen sein!"

David ist 11 Jahre alt und sein Hobby ist Fußballspielen. In Indien lebt ein Junge, der ist so alt wie er. Der näht jeden Tag Fußbälle zusammen Das ist sehr anstrengend. Eine Schule hat er noch nie besucht. "Wenn ich in Indien leben würde, könnte ich selbst dieser Junge sein."

Drei andere Kinder sitzen auf den Altarstufen und knüpfen schöne bunte Freundschaftsbändchen. Die werden sie verschenken. Auf die Idee, damit Taschengeld zu verdienen - für jedes 2 Euro etwa - sind sie selber noch nicht gekommen und lehnen das ab. Den ganzen Tag Bändchen knüpfen, nein, dann würde das ja keinen Spaß mehr machen und Zeit für Schule und Spielen bliebe auch nicht.

Nach dem Gottesdienst segnet Pfarrer Udo Hermann die Sternsinger, die den Segen in die Häuser und Wohnungen bringen und an die Türen schreiben werden. Selbstbewusst erklingt der letzte Satz jeder Strophe ihres Liedes, mit dem sie Spenden ersingen wollen:"......so verändern wir die Welt!"

Ein kleiner Schritt zum Welt-fair-ändern ist es nach dem Dreikönigstagsgottesdienst bis ins Gemeindezentrum. Dort gibt es eine Auswahl fair gehandelter Waren aus dem WELTLADEN Reutlingen - Rathausstraße 10 - zu kaufen, vieles davon, passend zum Sternsingerthema, aus Indien.

Viele Schritte waren es dann für die 25 Kinder und ihre sieben Begleiter, die sich nach einer kleinen Stärkung am Dreikönigstag und am darauffolgenden Sonntag auf den Weg durch Gönningen und Bronnweiler machten, um 200 Häusern und deren Familien den Segen zu bringen. Die Sternsinger  haben mit ihrem selbstbewussten Gesang wohl überzeugt, denn stolz brachten sie bis Sonntagabend 3107,86 Euro ins Gemeindehaus. Viel Schönes haben sie erlebt auf ihren Wegen, viele offene Türen und Herzen! Herzlichen Dank Ihnen allen, die Sie die Kinder und Jugendlichen in ihrem Anliegen unterstützt haben. Danke an Wolfgang Schmid und Ina Lutsch, die die Sternsinger an beiden Tagen verköstigt haben!

Jutta Kapp und Iris Pilz