Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“
Da antwortete er: „ Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Margaret Fishback Powers

Diese Geschichte kenne ich schon lange. Ich mag sie sehr. Ist es nicht eine wunderschöne Vorstellung von Gott getragen zu werden, gerade dann, wenn man das Gefühl hat keinen Schritt mehr weiter gehen zu können? Wenn die Sorgen einen erdrücken, ich nicht weiß wo ich  die Kraft für den nächsten Tag hernehmen soll?
In diesen Tagen denke ich oft an die vielen Menschen in den Altenheimen, alleine und einsam, oder an Menschen, die überfordert sind mit ihrem  momentan schwierigen Alltag, die sich sorgen um ihre Existenz. Für uns alle bringt diese Zeit Entbehrungen, Unsicherheit, Ängste und Sorgen mit sich. Größere und kleinere.
Ich wünsche uns allen, dass uns die Zusage Gottes: „…ich liebe dich und werde dich nie alleine lassen…“ hilft diese Zeit durchzustehen. Wir dürfen uns getragen wissen von Gottes Liebe, auch wenn wir das vielleicht erst im Rückblick erkennen!

Iris Pilz