Predigt am 6. Ostersonntag

1. Petrusbrief 3, 15-18 und Johannesevangelium 14, 15-21

Liebe Mitchristen! Kinder fragen einem Löcher in den Bauch: "Warum ist Eis so kalt?" "Warum muss ich aufräumen?" Warum, warum?“ Manchmal wünscht man sich, dass diese Fragerei einfach aufhört. Aber genauer besehen wäre das schlimm! Ohne Fragen ist Wachsen und Lernen unmöglich. Versuchen Sie mal jemandem, der keine Fragen hat, etwas zu erklären. Lehrer können davon ein Lied singen! Umgekehrt gehen viele Fragen ins Leere, bleiben unbeantwortet. Menschen fühlen sich dann von Politik und Wissenschaft nicht verstanden, und denken sich verrücktes Zeug aus wie gerade die  Verschwörungstheoretiker, darunter sogar durchgedrehte Kardinäle.

Und ohne Antworten, ohne Trost bleiben auch sonst Menschen mit ihren verwundeten Seelen, mit Angst und Druck und eben jeder Menge kleinen und großen Fragen. Wenn jemand in Panik gerät, hilft ein gelehrter Vortrag wenig. Fertige Antworten auf Fragen, die gerade keiner stellt, das ist wie der Reihe nach Vorlesen aus einem Lexikon. Etwa so hat man früher den Glauben als Katechismusantworten gelernt. Die Fragen waren selten die eigenen. Die vorgedruckten Antworten helfen wenig zum Leben. Wer denkt, man könne Religion „unterrichten“ wie fertige Sätze, der braucht sich nicht wundern, wenn wir der nächsten Generation keinen Glauben weitergeben können: Jemandem, der keine oder völlig andere  Fragen hat, wird meine noch so gute Antwort nichts sagen. Ich kann ihm vielleicht etwas aufdrängen, aber geben kann ich ihm nichts. Darum ist die Aufforderung aus dem Petrusbrief vorhin eine ganz zentrale Regel für jede Erziehung, aber auch für uns mit unserer großartigen Botschaft Gottes ist das die wichtigste Hausaufgabe. Sie lautet: "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt." Rede und Antwort stehen, jedem, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt. Auskunft über Hoffnung. Wie geht das?

Am Anfang steht das Gespräch. Was suchen und fragen Menschen überhaupt hier und heute? Und dann müssen wir alle in den Startlöchern stehen, du und du und ich und du! Wer sich Christ nennt, hat Rede und Antwort zu stehen, wenn er nach seiner Hoffnung gefragt wird. Dafür braucht es keine ausgebildeten Fachleute mit ihrem Fachvokabular. Jede und jeder hat seinen wertvollen Glauben. Jede und jeder hat etwas zu sagen. Das spüre ich immer wieder: Wenn wir uns mit echten Fragen auseinandersetzen, dann wächst der Glaube ins Leben hinein. Wenn wir über unsere Hoffnung sprechen, dann wächst die Hoffnung in den Himmel hinauf. Wenn wir wirklich Antworten wollen auf große Fragen, dann spüren wir den Heiligen Geist live und in Farbe. So oft bin ich als Seelsorger bereichert, wenn ich von anderen Fragen und Antworten erfahre. Da finde ich Jesu Geist. Ich muss ihn nicht erst bringen!

Jesus spricht so mit Menschen, liebe Gemeinde! Jesus fragt und hört und predigt nicht nur ins Leere. Wie gern würde ich darum jetzt hören, was Ihre Hoffnung ist! Erzählen Sie einander mal davon! Das beflügelt so, zu wissen, auch andere suchen Großes: Leben, Liebe, Frieden, Gott, Zukunft, Himmel, Trost, Geborgenheit. Ich freue mich auch immer über Fragen von kleinen und großen Kindern. Und selber hätte ich auch noch ein paar…

 

Pfarrer Matthias Dangel

Kinderkirchengottesdienst

Liebe Kinder aus der Kinderkirche,
liebe Eltern,

wie geht es Dir und Euch?
Am heutigen Sonntag hätten wir wieder Kinderkirche zusammen in Heilig Geist. Da wir uns nicht treffen können, bringen wir  Dir und Deinen Eltern die Kinderkirche nach Hause. Wir wünschen Dir viel Spaß mit einer tollen Geschichte aus der Bibel und beim Malen oder Basteln!

Jesus und die Samariterin